Zugegeben, es ist schon verlockend den „Zurück in die Zukunft“-Traum wahr werden zu lassen und den High-Tech-Sneaker Hyper Adapt 1.0 von Nike „sich anziehen zu lassen“. Aber müssen wir uns bei all den technologischen Innovationen nicht fragen, ob jedes Gadget auch wirklich gut für uns ist? Ein selbstschnürender Schuh ist sicherlich ein Plus an Komfort, aber macht uns doch gleichzeitig träge und faul, nicht wahr? Genauso wie die selbstfahrenden Autos. Sicherlich – technologisch gesehen, ist das alles eine Sensation, aber gerade wir in Deutschland – lieben es doch SELBST bestimmt Auto zu fahren und nach Lust und Laune auf das Gaspedale zu treten – wenn auch nicht immer unter Einhaltung der Verkehrsregeln. Anderseits können technologische Innovationen für bestimmte Situationen und Personen die Rettung schlechthin sein. Ein im Fersenbereich sitzender Sensor, der sobald man den Schuh anzieht, ausgelöst wird und somit die Schnürsenkel automatisch straffer geschnallt werden, kann für körperlich eingeschränkte Menschen sehr hilfreich sein. Sie müssen sich nicht mehr vorbeugen und gewinnen dadurch sozusagen ein Stück Selbständigkeit zurück. Immerhin ist das selbst Anziehen eines der ersten Meilensteine eines jungen Menschen zur Selbständigkeit, wenn also durch Krankheit oder Alter dieses nicht mehr selbstverständlich ist, können Senor-gesteuerte Schnürsenkel durchaus Abhilfe schaffen. Und das selbstfahrende Auto ist sicherlich dann nützlich, wenn der Fahrer nicht mehr zu 100 Prozent fahrtüchtig ist, sei es auf Grund von Müdigkeit oder Krankheit. Technologische Entwicklungen haben immer ihr Für und Wider und es liegt an jedem einzelnen von uns diese abzuwägen und miteinander in Balance zu bringen. Nicht dass am Ende die Kinder unserer Kinder verlernen, ihre Schnürsenkel zu binden. Denn hält man sich die Entwicklung um T9 vor Augen, sind die Auswirkungen auf die Rechtschreibkompetenz doch sehr besorgniserregend.
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